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Nachruf, Klara ist gegangen
20.08.2006 / erstellt von Sybille Seuffer

Klara ist gegangen


Eine knuffige Frau mit braunen Pfefferkuchen-Augen, die allzu gerne immer gelacht hat, sich
angelehnt hat an Starkes und so sehr den inneren Frieden gesucht hat durch Meditation und Schweigen. Große Sehnsucht nach Nähe und dem Wahren, verwundete Seele – hungriges Kind.


“Ich will bei Dir tanken, du bist stark und positiv!” sagtest du zu mir.
Kennen gelernt haben wir uns in Sabines Frauentanzgruppe, eine wunderbare Möglichkeit einmal monatlich den Freitagabend zu verbringen.

Heute 2006 – Klara ist hoffentlich angekommen und ihre Sehnsucht hoffentlich gestillt.
Sie ging, sie setzte den Zeitpunkt selbst fest – und sprang, hinein in die andere Welt.
Ob sie es einen Tag später auch noch so gewollt hätte? Ich weiß es nicht.
Klara’s Sehnsucht nach Frieden und dem Göttlichen trieb sie bis nach Indien.


Nach Indien war sie nicht mehr die Selbe. Sie war erleuchtet und hatte – Es- jetzt.
Sie wollte, dass ich das Gute auch erlebe und Kaduma kennen lerne, ihren Meister.
Unbeschwert, Hand in Hand mit ihr Schlittschuhlaufen ja, das war schön, aber an der Hand eines Gurus: Nein, nichts für mich!
Klara ich bedaure, dass ich nicht noch eindringlicher war mit dem was ich sagte, ich hätte dich knallhart konfrontieren sollen, heute würde ich das tun, jetzt bin ich klüger.
Du warst so überzeugt, du warst so überzeugt fanatisch – und “es” hat dich nicht getragen, der Aufprall muss so hart gewesen sein, dass du entschieden hast – ganz zu gehen.
Verzeih mir, ich habe zu wenig für dich getan -.
Dein Fanatismus hat mich abgeschreckt, mich abgehalten, mich wieder auf dich ein zu lassen,
mir auch den Mut genommen, für unsere Freundschaft.
Ich hätte sagen sollen: Klara, du projezierst zuviel auf diesen Menschen, du gibst zuviel Eigenverantwortung ab. Klara du bist zum blöckenden Schaf geworden. Klara wach auf und halte dich aus – aber vielleicht wäre das Alles auch an dir vorbei gegangen !


Wie geht es deiner Jüngsten, um die du dich damals so gesorgt hast ?
Was macht deine Älteste, auf die du so stolz warst?
Vielleicht werde ich den Beiden eines Tages begegnen.


Klara, adieu – auf ein Wiedersehen – nach meiner Zeit hier. Ich lasse dich gehen.



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